Buchpräsentation: Integration im Wohnbau

Am Anfang stand das inter-ethnische Wohnmodell. Der „Globale Hof“, wie die Wohnhausanlage der SOZIALBAU AG im 23. Wiener Gemeindebezirk auch heißt, wurde im Jahr 2000 als eine Art „Pilotprojekt“ an seine Bewohner übergeben. Im Vordergrund stand dabei die Frage, inwieweit im geförderten Wohnbau ein gedeihliches Zusammenleben eines ausgewogenen Mixes aus einheimischen und zugewanderten Bewohnern nicht nur gewährleistet, sondern auch integrative Prozesse durch eine sozial kompetente Hausbetreuung und gemeinschaftsfördernde bauliche Qualitäten angestoßen werden können. Bereits 2003 stellte eine Evaluation diesem Integrationsprojekt ein sehr positives Zeugnis aus. 2009 wurde es mit dem ersten Wiener Wohnbaupreis der Stadt Wien ausgezeichnet.

2016 war es wieder soweit für eine „Nachschau“. Unter Federführung des langjährigen SOZIALBAU-Chefs Herbert Ludl wurde eine neuerliche Analyse sowie eine umfassende Studie über das Zusammenleben in den seit dem Jahr 2000 errichteten Wohnanlagen der SOZIALBAU AG erstellt. Dieser Reality Check liegt nun in Buchform mit dem Titel „Integration im Wohnbau. Modelle für ein soziales Zusammenleben“ vor und wurde einem breiten Fachpublikum präsentiert.

SOZIALBAU-Generaldirektor Wilhelm Zechner machte in seinen einleitenden Worten auf den „Meilenstein“ und die große Bedeutung des „Globalen Hofes“ für weitere Wohnbauprojekte aufmerksam. Aus der „Mutter aller Integrationsprojekte“ konnten wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen werden, die in künftige Wohnmodelle eingeflossen sind. Um das Zusammenleben in den Wohnhausanlagen zu stärken, werden u.a. Bewohnerfeste und Kennenlerntreffen organisiert. Aktivitäten, die bei den Bewohnern auf großen Zuspruch stoßen und hohen unternehmerischen und gesellschaftspolitischen Mehrwert für die SOZIALBAU AG schaffen.  

„Wohnorte sind ein wichtiges, vielleicht das wichtigste soziale Umfeld neben der Schule und dem Arbeitsplatz“, ist Buch-Herausgeber Herbert Ludl überzeugt. Gerade deshalb kommt dem Wohnbau bei der Förderung von Integration ein hoher Stellenwert zu. Gemeinnützige Wohnungsunternehmen sind dafür besonders prädestiniert. Sie verabschieden sich nicht nach Bezug der Wohnungen - „da beginnt für uns erst die eigentliche Integrationsarbeit“, erklärte Ludl.

Mit 69 Wohnhausanlagen mit knapp 8.300 Wohnungen, die rd. 23.500 Bewohnern ein Dach über dem Kopf bieten, stand den Studienautoren für die wissenschaftliche Auswertung ein breiter „Datenschatz“ zur Verfügung. Als bemerkenswertes Ergebnis hob Ludl dabei den Anteil von rd. 83% österreichischer Staatsbürger unter den Hauptmietern bei Erstbezug hervor. „Das zeigt, dass durch kluge Besiedelung und hervorragende Wohnqualität die besonders wichtige Mehrheit der Einheimischen unter der Bewohnerschaft sichergestellt werden konnte.“ 38% aller neuen Wohnungen werden von Bewohnern mit Migrationshintergrund (ausländische Staatsbürger und im Ausland geborene österreichische Staatsbürger) bezogen. Das spiegelt den durchschnittlichen Anteil auf Wiener Ebene gut wider.

Was das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Zuwanderern anbelangt, stellen die Studienautoren Heidrun Feigelfeld und Joachim Brech den SOZIALBAU-Wohnhausanlagen ein positives Zeugnis aus. Das Zusammenleben wird von den Bewohnern durchwegs als gut bewertet, wobei hier zunächst weniger die ethnische Zugehörigkeit eine Rolle spielt, sondern vielmehr die „kleinen Dinge“ des Alltages im Vordergrund stehen. 70% geben an, gute nachbarschaftliche Kontakte im Haus zu pflegen. Das sehen Feigelfeld und Brech als wesentlichen Erfolgsfaktor für ein gedeihliches Zusammenleben. Hinzu kommt die Einrichtung von multifunktionalen Gemeinschaftsräumen zur Förderung des sozialen Miteinanders, ebenso wie eine sozial engagierte Hausbetreuung.        

Rückfragehinweis:
Mag. Artur Streimelweger
Abteilung Kommunikation
Sozialbau AG
1070 Wien
Tel.: 01/52195-308


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