hauspost Nr. 68 / August 2017

Die Krux mit der Wassertemperatur

Besonders im Sommer sorgt Wasser für Erfrischung und Abkühlung - sei es im Glas, im Schwimmbecken, im Naturgewässer oder unter der Dusche. Manchmal ärgern wir uns aber auch über die Umstände, wie das Wasser zu uns kommt - etwa in der Dusche oder aus dem Wasserhahn.

Tipps von SOZIALBAU-Techniker Rudolf Armbruster.

Nach einem heißen Tag ist es eine Wohltat, ein Duschbad zu nehmen. Wir stellen die Wassertemperatur ein und genießen. Doch halt! Plötzlich kommt es kalt aus dem Duschkopf. Also die Armatur nachregulieren. Aber das Wohlgefühl wird abermals jäh unterbrochen, brennend heiß kommt das Wasser nun aus der Leitung. Der Ärger ist groß! 

Besonders im Sommer, wenn viel Wasser verbraucht wird und viele Leute am Abend duschen, tritt dieser Umstand auf. Gut zu beobachten ist der Effekt in Haushalten mit Kombitherme. Das Töchterchen nimmt ein ausgedehntes Duschbad, die Mutter bearbeitet in der Küche einen besonders hartnäckigen Bratenrückstand in der Pfanne mit heißem Wasser. Kurz darauf hört man schon das Töchterchen im Bad aufschreien, weil sich das wohlige warme Wasser plötzlich in ein kaltes Gebirgsbächlein verwandelt hat. Es steht eben nur eine gewisse Menge an warmen Wasser in Bezug zu Leitungsquerschnitt und Wasserdruck zu Verfügung!

Auch in großen Wohnhäusern ist dieser Effekt zu beobachten. Die Wasserleitungen haben einen von Normen und Richtlinien vorgegebenen Querschnitt, um das wertvolle Nass gerecht zu verteilen. Nehmen am Abend zeitgleich viele BewohnerInnen ein Duschbad oder lassen die Wanne volllaufen, kommt es entweder in der Kalt- oder Warmwasserleitung zu einem geringen Druckabfall wobei die Durchflussmenge reduziert wird und eine spürbare Temperaturänderung eintritt. Also muss der Kaltwasserhahn oder der Warmwasserhahn nachreguliert werden. Eine wesentliche Verbesserung bringt eine Thermostatarmatur, die eine voreingestellte Temperatur automatisch ständig nachregelt. Aber auch hier sind Schwankungen zu beobachten, die jedoch je nach Reaktionszeit des Thermostates gering ausfallen. 

Eine Begleiterscheinung des Sommers ist die Erwärmung des Gebäudes und somit der darin enthaltenen Kaltwasserleitungen. Da kann es schon sein, dass bei Öffnen des Kaltwasserhahnes warmes Wasser rauskommt. Das dauert so lange, bis die Wassermenge in der „oberirdischen“ Leitung verbraucht ist und kaltes Wasser aus den „unterirdischen“ Leitungen nachströmt. Also wenn es heiß wird unter der Dusche oder beim Händewaschen, wissen Sie, die wärmeliebenden Nachbarn haben ihr Heißwassermassagebad beendet.

Ganz WICHTIGES noch zum Schluss: Kommen Sie aus dem Urlaub oder nach längerer Abwesenheit nach Hause, unbedingt Kalt- und Warmwasser mindestens fünf Minuten aufdrehen und abfließen lassen. In der Leitung können sich im stehenden Wasser Keime bilden, die der Gesundheit nicht zuträglich sind!