„gemeinsam stärker“: Wie Nachbarschaft funktioniert

Unter dem Motto „gemeinsam stärker“ zeigt die SOZIALBAU-Community, dass Wohnen mehr ist als nur ein Dach über dem Kopf. Hier funktioniert Nachbarschaft, wie sich besonders in der Corona-Krise gezeigt hat.

Ein schönes Beispiel dafür ist die Wohnhausanlage in der Gerstlgasse in Floridsdorf. Hier stand gegenseitiges Helfen in der Krisenzeit an der Tagesordnung, berichtet Renate Rosboud: „Elisabeth Adametz ist ja schon sonst die gute Seele im Haus. Während Corona hat sie gemeinsam mit meinem Mann Günter jeden im Haus gefragt, ob sie unterstützen kann und hat Einkäufe und andere Besorgungen erledigt.“ Und nicht nur das: Die nachtaktive Adametz hat sich zudem zu später Stunde um die Desinfektion der Stiegenhaus-Geländer gekümmert und so dazu beigetrage, dass der Corona-Virus in der Gerstlgasse keine Chance hatte. Deshalb wird im August abermals die gute Nachbarschaft gefeiert, auch als kleiner Dank für Frau Adametz.

gemeinsam essen

Peter Walatscher ist seit Bestehen der Wohnhausanlage mit Leib und Seele Hausbesorger der Plankenbüchlergasse 14 im 21. Bezirk. Gutes Miteinander ist ihm sehr wichtig und so organisiert er jedes Jahr ein kleines Fest mit Speis und Trank auf eigene Kosten. Heuer fiel natürlich auch dieses Event Corona zum Opfer, doch davon ließ er sich nicht unterkriegen und hat eine andere zündende Idee: Er bereitete 145 Wiener Schnitzel mit Reis - und weil es ihm so viel Spaß gemacht hat, den Bewohnern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, kochte er kurz darauf auch noch unzählige Portionen Spaghetti Bolognese. Tochter Celina und Freundin Andrea halfen beim Austeilen der Speisen tatkräftig mit. Erwähnt seien auch noch Frau Schidl und Frau Lehnhart, die sich gleich zu Beginn von Corona als Einkaufs-Hilfen für die älteren Bewohner der Anlage zur Verfügung stellten. „Gemeinsam stärker“ wird auch hier ganz groß geschrieben und gelebt.

Kunst im Wohnhaus

Eine Nachbarschaftshilfe der besonderen Art erweist Volker Kuhnert in der Schöffelgasse dem, mit stolzen 95 Jahren noch äußerst rüstigen, Künstler Prof. Karl Hannig (95): Er hilft und organisiert seine Ausstellungen in ganz Österreich und machte – ganz zur Freude der Mitbewohner – die Wohnhausanlage selbst zur Galerie. „Ich bin halt ein Gschaftlhuber. In der Wohnhausanlage habe ich Hannig kennengelernt und wir sind Freunde geworden“, berichtet Kuhnert. Seit dem unterstützt er Hannig, wo es geht. Und nimmt sich dabei selbst nicht wichtig: „Ich bin der Chauffeur, wenn sie so wollen.“ Karl Hannig widmet sich seit jeher mit Elan der Malkunst, dem Phantastischen Realismus.  Seit 1988 gehört der Maler der Künstler-Gruppe "Die Spirale" an.