hauspost Nr. 68 / August 2017

Sozialbau intern: Zum Wohlfühlen saniert

Die Sozialbau arbeitet laufend daran, leistbaren und qualitätsvollen Wohnraum über Generationen zu erhalten.

Wenn Sie sich unter der Abkürzung FMTD nichts vorstellen können, keine Sorge: „Es steht für Facility Management – Technischer Dienst“, erklärt Hannes Nutz, seines Zeichens Leiter der gleichnamigen Abteilung bei der SOZIALBAU AG. Noch einfacher: Hier werden Wohngebäude in vielerlei Hinsicht optimiert, Sanierungen geplant und koordiniert. Nutz: „In beinahe allen Fällen geht es dabei um eine Verbesserung der Wohnqualität." Dabei werden Sanierungsmaßnahmen - wo immer es möglich ist - umfassend durchgeführt. Zur thermischen Sanierung von Fassaden, Decken, Fenstern etc. kommen meist noch der Einbau einer neuen Heizung, die Modernisierung von sanitären und elektrischen Einrichtungen, die Installation von SMAT-Fernsehen oder der Zubau von Balkonen. Wenn es um die Verbesserung der Wohnqualität geht, wird auch immer wieder die Möglichkeit des nachträglichen Aufzugseinbaus geprüft. Ein Vorhaben, dem in den letzten Jahren erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt wurde. "Im Sinne der Gemeinnützigkeit ist eine Sanierung dabei kein Selbstzweck sondern wichtige Bestandspflege. Um leistbaren, qualitätsvollen Wohnraum tatsächlich über Generationen zu erhalten", betont Nutz.

Dass das keine leeren Versprechen sind, belegen klar die Zahlen: Jährlich werden durchschnittlich rund tausend Wohnungen saniert, alleine 2016 sind hier stolze 24 Mio. Euro investiert worden – für eine Wohnqualität, die belegbar seinesgleichen sucht. Alleine durch thermische Sanierungsmaßnahmen konnte die SOZIALBAU AG in den letzten 20 Jahren 216 Wohnhausanlagen mit 20.247 Wohnungen und einem Sanierungsvolumen von 269 Mio. Euro optimieren – für eine ideale Energieeffizienz und Wohnraumqualität. Inzwischen sind fast alle älteren Wohnungen thermisch saniert. 

Die durchschnittliche Reduktion des Heizwärmebedarfes liegt bei 80-100 kWh pro m2 im Jahr. Zusätzlich bewirkt die gezielte thermische Verbesserung der Bestandsobjekte, dass jährlich um ca. 42.000 Tonnen weniger an CO2-Emissionen in die Umwelt gelangen. Zum besseren Verständnis – dies ist jene Menge an Schadstoffen, die 26.000 PKWs mit einer Laufleistung von 10.000 Kilometer pro Jahr produzieren.

Wohnhausanlage Kanitzgasse: Vor und nach der Sanierung

 

Lebenswerteste Stadt & Gemeinnützigkeit

Da staunte kürzlich auch ein Politiker einer deutschen Delegation anlässlich eines Rundganges in einer SOZIALBAU-Wohnhausanlage: „Ist das tatsächlich der soziale Wohnbau in Österreich?“, fragte er. „Nein“, lautete die Antwort, „Nur bei uns in Wien!“ Und übrigens: Die enorme Qualität des gemeinnützigen Wohnbaus trägt auch dazu bei, dass Wien eine der lebenswertesten Städte der Welt ist.

Mit den BewohnerInnen

Das effiziente 12-köpfige Team rund um FMTD-Chef Hannes Nutz ist aber auch auf etwas ganz Besonderes stolz: Bei Sanierungen der SOZIALBAU AG kommen auch die BewohnerInnen zu Wort. „Natürlich wird dabei auch Kritik geäußert. Das ist aber auch gut so. Gemeinsam kommt man zu guten Lösungen. Umso wichtiger ist es für uns, immer menschlich und verständnisvoll zu bleiben. Ein reiner Techniker würde bei uns versagen, die zwischenmenschliche Komponente ist wesentlich“, berichtet Nutz von der Miteinbeziehung der BewohnerInnen. Diese beginnt schon lange vor den eigentlichen Sanierungsmaßnahmen. Bei Hausversammlungen werden die BewohnerInnen über die bevorstehenden Absichten informiert. Die Meinungen dazu sind naturgemäß unterschiedlich, so Nutz: „Manche empfinden eine Sanierung als verfrüht, andere freuen sich, dass endlich etwas passiert. Und oft herrscht berechtigte Sorge vor der Veränderung. Dann sind wir bemüht, für alle ein offenes Ohr zu haben. Ich traue mir aber zu sagen, dass am Ende immer große Zufriedenheit herrscht.“

„Reif“ für die Sanierung ist eine Wohnhausanlage ungefähr nach 40 Jahren. Meist führen aber Meldungen von BewohnerInnen über Schäden zu entsprechenden Maßnahmen. „Uns ist auch deshalb der Kontakt zu den BewohnerInnen wichtig“, versichert Nutz. In der Regel dauert die Sanierung dann – je nach Größe der Wohnhausanlage – ein bis drei Jahre. Aktuell läuft zum Beispiel eine Generalsanierung in der Csokorgasse in Simmering, die Mitte 2019 fertig wird. Bei einer Wohnhausanlage in der Donaustadt wurde der Aufzug erneuert und bis ins Erdgeschoss verlängert sowie ein neues Foyer hergestellt. Damit gelangt man nun barrierefrei in sämtliche Wohnungen. Für eine gelungene Sanierung gab es auch schon Auszeichnungen, etwa den Wiener Sanierungspreis für „die höchste Energieeinsparung durch thermische Sanierung.

  • Image
  • Image